Prof. Dr. Anke Werani
Außerplanmäßige Professorin
Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung
Außerplanmäßige Professorin
Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung
Aktuelle Forschungsprojekte in den Bereichen Kulturhistorische Psycholinguistik, Personale Sprechstile & Ich-Identität, Inneres Sprechen, Aphasiologische Fragestellungen
[Seit SoSe 2012] Im Projekt KommunikationsART werden durch Analyse, Reflexion und Training, kommunikative Kompetenzen in Lehr-Lernkontexten professionalisiert. Zentrales Anliegen ist es, bei der Entwicklung personaler Sprechstile die jeweilige Persönlichkeit individuell zu berücksichtigen.
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[seit SoSe 2018] Die digitalen Welten haben längst das Alltagsleben erobert. Wie wirken sich Social Media auf die Kommunikation und die Identitätsbildung aus? Dies ist die zentrale Frage dieses Projekts.
Kommunizieren-zu-können ist die alltagsrelevanteste Fähigkeit, die Individuen benötigen um Handlungen gemeinsam zu koordinieren. Aus der Perspektive der kulturhistorischen Psycholinguistik kommen der sprachlichen Tätigkeit zwei Funktionen zu, d.h. neben der kommunikativen Funktion hat die Sprache ebenso kognitive Funktionen inne.
Mit dem Aufkommen des World Wide Web in den 1980er Jahren und dem stetigen Zuwachs an Nutzern seit den 1990er Jahren, insbesondere durch die Einführung der interaktiven Verwendung das Web 2.0 seit den 2000er Jahren, kam es zu Veränderungen des Kommunikationsverhaltens. Die Möglichkeiten zu kommunizieren, die das Web 2.0 zunächst mit der Erstellung eigener Homepages mit sich brachte, werden mit der technologischen Entwicklung beschleunigt und insbesondere seit der Einführung des Smartphones um die 2010er Jahre boomen verschiedenste Plattformen sozialer Netzwerke zum kommunikativen Austausch von sprachlichen Nachrichten, Fotos und Videos.
Es zeigen sich durch diesen technologischen Fortschritt Verschiebungen in der Kommunikation. Face-to-face Interaktionen werden durch Interaktionen mittels Online-Medien ersetzt. So erfolgt die Kommunikation nicht mehr mündlich, sondern vor allem schriftlich. Die Körperlichkeit der face-to-face-Kommunikation wird im online-Format entkörpert und auch die Konstruktion gemeinsamer Kommunikationsräume ist online nicht mehr zwingend notwendig, da hier auch gleichzeitig mehrere Kommunikationsräume (z.B. durch mehrere gleichzeitig ablaufende Chats) erzeugt werden können.
Da sich sprachliche Tätigkeit nicht nur im kommunikativen Prozess ausdrückt, sondern auch kognitive Prozesse maßgeblich beeinflusst, ist auch die Ausbildung der Ich-Identität von social media beeinflusst. Die Entwicklung der Ich-Identität steht in engem Zusammenhang mit der zweiten Funktion, der Ausbildung verschiedener Kognitionen. Hierzu gehören auch die Attribuierungen bei der Ausbildung der Persönlichkeit. Social media bieten hier wesentlich mehr Möglichkeiten, mit verschiedenen Selbsten zu experimentieren, als es im „realen“ Leben möglich ist. Zentrale, zu diskutierende Aspekte sind hier das Motiv, welches Individuen antreibt unterschiedliche Identitäten anzunehmen, und die Entwicklung des Kommunikationsraumes mit Fragen danach, wie Adressierungs- und Aushandlungsprozesse gestaltet werden sowie wie Selbstregulationen und Selbstvergewisserungen ablaufen.
In diesem Projekt werden Einzelaspekte sowohl von kommunikativen Prozessen als auch Ich-identitätsbildenden Prozesse untersucht und ein Modell konstruiert, das alle Aspekte umfasst.
Lektüreempfehlung:
Werani, Anke (2019): Shifts in communication and ego-identity in the digital world. In: Stephanie Heinecke und Thomas Osburg (eds.): Media Communication Trust in a Digital World. Heidelberg: Springer. 97-114.
[Seit SoSe 2012] Diese Projekte befassen sich mit der theoretischen und empirischen Erforschung personaler Sprechstile als Ausdruck der Ich-Identität aus kulturhistorisch-psycholinguistischer Perspektive.
Personaler Sprechstil als Ausdruck der Ich-Identität – Phänomenologie und Wirkung
[seit SoSe 2013]
In der kulturhistorischen Psycholinguistik wird ein Sprachbegriff zugrunde gelegt, der sprachliche Tätigkeit sowohl in seiner soziologischen als auch seiner psychologischen Dimension fasst. Dies wird in der Unterscheidung zweier grundsätzlicher Funktionen der sprachlichen Tätigkeit deutlich:
Die Betrachtung sprachlicher Tätigkeit kann nur im Spannungsfeld beider Dimensionen geschehen. Die kulturhistorische Psycholinguistik ist in diesem Sinne eine Strömung innerhalb der Psycholinguistik, die eben die soziologische Dimension wieder aufnimmt.
Das Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Modells, das Ich-Identität mit sprachlicher Tätigkeit verbunden auffasst und darstellt. Das Modell soll durch eine empirische Untersuchung gestützt werden. Hinsichtlich des Vorgehens wird davon ausgegangen, dass es sich um ein dynamisches Konstrukt handelt. Die relativ gut ausgearbeiteten Ausgangspunkte personaler Sprechstil (im Rahmen sprachlicher Tätigkeit) und Ich-Identität müssen in Zusammenhang gebracht werden. Die Annäherung erfolgt aus zwei Richtungen.
Es wird betrachtet, wie sich
Ein besonderes Augenmerk richtet sich somit auf die inter- und intraindividuellen Aushandlungsprozesse, die den Zusammenhang von personalem Sprechstil und Ich-Identität als Bewegung konstituieren. Die Formung der Ich-Identität und des personalen Sprechstils ist gewissermaßen ein dynamischer Prozess zwischen den Aktanten. Sowohl Ich-Identität als auch personaler Sprechstil erhalten eine Formung durch – von außen und innen – zugeschriebene Erwartungen und Bewertungen.
Wortwahl und Persönlichkeit
[seit WiSe 2017/18] Dieses Projekt befasst sich damit, ob eine spezifische Wortwahl einen Prädiktor für einzelne Persönlichkeitsmerkmale darstellt.
Zugrunde gelegt wird die Annahme, dass die sprachliche Tätigkeit, hier insbesondere der verbale Sprechstil, ein Ausdruck des Habitus ist. Insofern wird vermutet, dass sich im Sprechstil spezifische Persönlichkeitsmerkmale ablesen lassen. Verwendet wird der Habitusbegriff nach Bourdieu (1982), der den Habitus auf eine Person im Einzelnen bezieht: ihren Lebensstil (Konsumverhalten, Freizeitgestaltung), ihre Sprache, ihren Geschmack, ihre Wahrnehmungskategorien, ihre Lebensgestaltung. Unter der Annahme, dass ein Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Habitusausprägung besteht, wird weiterführend untersucht, inwiefern sich der Habitus auf die Kommunikationsqualität – hier insbesondere auf die Wortwahl – auswirkt.
[Seit WiSe 03/04] Kulturhistorische Psycholinguistik betrachtet den sprechenden Menschen stets im Spannungsfeld zwischen sozialen und individuellen Kontexten.
Kulturhistorische Psycholinguistik untersucht die sprachliche Tätigkeit des Menschen stets im Spannungsfeld zwischen sozialen und individuellen Kontexten.
Grundlegend kommt das menschliche Dasein nur in Sozialität vor; und damit ist alle menschliche Tätigkeit gesellschaftlich gebunden. Die Sozialität wird damit zum Ausgangspunkt der Forschung, in der individuelle, psychische Prozesse in Wechselwirkung mit ihren sozialen Prozessen betrachtet werden. Sprachliche Tätigkeit immer ein adressierter, aktiver Prozess zwischen mindestens zwei Individuen ist und zudem - wie jegliche Tätigkeit - grundsätzlich emotional gebunden. Betrachtet man die sprachliche Tätigkeit näher, werden zwei grundlegende Funktionen unterschieden:
Die erste Funktion betrifft das Sprechen für andere. Es handelt sich um einen interpsychischen Prozess zur Regelung des sozialen Verkehrs, der gemeinhin als Kommunikation bezeichnet wird. Betont wird die Gebundenheit der sprachlichen Tätigkeit an den soziokulturellen Kontext. In diesem Sinne gibt es keine isolierten sprachlichen Prozesse.
Eine Besonderheit ist, dass Sprechen auch an sich selbst gerichtet werden kann, womit sich die zweite Funktion zeigt. Beim Sprechen für sich selbst und der damit verbundenen Ausbildung höherer psychologischer Funktionen handelt es sich um einen verinnerlichten, intrapsychischen Prozess, als dessen Ergebnis das Bewusstsein als zentrale Kategorie psychischer Funktionen angesehen wird.
Angenommen wird, dass das Bewusstsein eine sprachliche Kategorie ist und dass unser Bewusstsein erst durch Sprache möglich ist. Sprechen auf sich selbst zu richten, eröffnet die Möglichkeit, auf höhere psychische Funktionen - vermittelt durch das Sprechen - einzuwirken.
Ziel der derzeitigen Forschung ist, kommunikativ-kognitiv-emotive Einheiten, die in verschiedensten sprachlichen Kontexten zwischen den Aktanten konstruiert werden, theoretisch zu erfassen und empirisch zu untersuchen.
Lektüreempfehlung
Bertau, Maire-Cécile & Werani, Anke (2011). Contributions to Cultural-Historical Psycholinguistics, Journal of Activity-Theoretical Research in Germany, 5, Special Issue, http://psyjournals.ru/en/tatigkeitstheorie/index.shtml
Bertau, Marie-Cécile (2011): Anreden, Erwidern, Verstehen. Berlin: lehmanns media.
Vygotskij, Lev S. (1934/2002). Denken und Sprechen. Weinheim und Basel: Beltz.
Werani, Anke (2011): Inneres Sprechen - Ergebnisse einer Indiziensuche. Berlin: lehmanns media.
[Seit SoSe 2002] Die Erforschung des inneren Sprechens setzt sich mit innerlichen Sprachformen und deren Funktionen im Spannungsfeld zwischen Sprechen und Denken auseinander.
Das Faszinierende am inneren Sprechen ist, dass es die reichhaltigste, häufigste und privateste Erscheinung des Sprechens ist. Es handelt sich um das Sprechen-für-Mich und wird damit als eine Erscheinungsmöglichkeit des Sprechens aufgefasst, ebenso wie das äußere und schriftliches Sprechen.
Forschungsrelevante Gesichtspunkte des inneren Sprechens sind ihre
Im weiteren Sinne ist das innere Sprechen an der Formung unseres Bewusstseins beteiligt und ist eng mit der Ausbildung von Willensakten sowie von Persönlichkeit verbunden. Inneres Sprechen ist essentiell für die Selbstverständigung.
Vygotskij schreibt dazu: „die Sprache [ist] nicht nur ein Mittel, andere zu verstehen, sondern auch eines, sich selbst zu verstehen“ (Vygotskij, 1930a/1985, S. 328).
Meine derzeitige Forschung zum inneren Sprechen fokussiert auf Prozesse der Selbstattribuierung von Persönlichkeitsmerkmalen sowie Mentaltechniken.
Lektüreempfehlung:
Werani, Anke (2018): Inner speech and its impact on teaching. In: James P. Lantolf; Matthew E. Poehner: Merrill Swain (eds.). The Routledge Handbook of Sociocultural Theory and Second Language Development. New York: Routledge.
Werani, A. (2014): A review of inner speech in cultural-historical tradition In: Yasnitsky, A.; van der Veer, R. Ferrari, M. (eds.): The Cambridge Handbook of Cultural-Historical Psychology. Cambridge University Press. 272-294.
Werani, A. (2014): Inner Speech. In Thomas Teo (Ed.). Enzyclopedia of Critical Psychology. Heidelberg: Springer. 963-966.
Werani, Anke (2011): Inneres Sprechen – Ergebnisse einer Indiziensuche. Berlin: lehmanns
Thought Sampling Method
[seit SoSe 2017] In diesem Projekt wird das innere Sprechen mit der Thought Sampling Method (TSM) nach Morin & Uttl (2013) untersucht. Das Projekt wurde mit Mittel aus Lehre@LMU unterstützt.
Die Erforschung des inneren Sprechens ist komplex, da es lediglich über Indizien untersucht werden kann. Die Thought Sampling Method (TSM) zielt darauf ab, das innere Sprechen zu willkürlichen Zeitpunkten im Alltag zu erheben. Der methodische Vorschlag von Morin & Uttl (2013) wurde hierzu mit der Entwicklung einer App optimiert. Mit Hilfe der App und der integrierten Appellfunktion, werden die UntersuchungsteilnehmerInnen mit einem Signalton dazu aufgefordert, in der App zu notieren, was sie gerade mit sich innerlich gesprochen haben. Um den Kontext zu spezifizieren wird auch abgefragt und notiert, worüber die Person gerade nachgedacht und welche Handlung sie ausgeführt hat. Ferner wird erhoben, wie sich die Person im Moment der Datenerhebung fühlt. Diese Methode bietet den Vorteil, dass unmittelbar nach dem Appell die Datenerhebung erfolgt. Insgesamt werden pro Tag 6-10 Appelle verschickt, die gesamte Datenerhebung erstreckt sich über einen beliebig festgelegten Zeitraum. Im Rahmen dieses Projektes wurde die inhaltlich entworfene App von Esther Wißler als TSM-App (ThoughtSample) programmiert, womit nun Daten im größeren Rahmen erhoben werden. ThoughtSample ist eine App, die für die ProbandInnen einfach zu bedienen ist. Die Eintragungen werden anonymisiert an eine Datenbank weitergeleitet. Die Datenbank wird unter verschiedenen Fragestellungen beforscht.
Erste Ergebnisse von Analysen mittels Thought Sampling Method sind hier zu finden:
Daniele Pilz (2018): Eine Zwillingsstudie zum inneren Sprechen
Esther Wißler (2018): Genderspezifische Unterschiede des inneren Sprechens
Inneres Sprechen und Problemlösen
[WiSe 2002-SoSe 2009] In diesem Projekt wird das innere Sprechen mit der Methode des lauten Denkens untersucht und versucht über sich ergebende Indizien neue Einsichten zu erlangen.
Ziel dieser psycholinguistischen Untersuchung ist, die Konzeption des inneren Sprechens darzustellen, zu reflektieren und zu erweitern. Eine kulturhistorisch fundierte Psycholinguistik grundlegend, gehört die Erforschung des inneren Sprechens zu den zentralen Themen. Eine theoretische Grundlegung des inneren Sprechens findet sich in der sowjetischen Psychologie, genauer in dem von Vygotskij begründeten kulturhistorischen Ansatz. Vygotskij geht es im Wesentlichen darum, eine Konzeption davon zu entwickeln, wie sich die spezifisch menschlichen, höheren psychischen Funktionen des Individuums herausbilden. Im Einzelnen geht es um die Fundierung einer kulturhistorischen Psycholinguistik, welche die Aspekte der Sozialität und der Vermitteltheit psychischer Prozesse mittels Zeichen herausstellt. Forschungsgegenstand ist damit der in der sozialen Interaktion sprechende Mensch.
Zunächst werden theoretische Grundlagen des inneren Sprechens zusammengefasst, indem Aspekte der Genese, Struktur und Funktion inneren Sprechens umfassend diskutiert werden. Da das innere Sprechen v.a. in Problemlösesituationen vermehrt auftritt und eine Problemlöseaufgabe für die empirische Studie vorgesehen wird, wird die Rolle des inneren Sprechens beim Problemlösen gesondert thematisiert und die Forschungslage dazu beleuchtet. Die umfassende Exploration unterteilt sich in sieben Analysen. Insgesamt kann der positive Schluss gezogen werden, dass mit dieser Studie gezeigt werden kann, dass das Sprechen eng mit dem Problemlösen verflochten ist. Das Sprechen beeinflusst den Lösungsprozess jedoch auf unterschiedliche Weise, vor allem zeigt sich, dass sich das Sprechen – je nach Qualität – positiv oder negativ auf das Problemlösen auswirken kann. Dies wirft ein neues Licht sowohl auf das Sprechen als auch das Problemlösen und auf die Funktionen des Sprechens beim Problemlösen. Sprechen ist für das Problemlösen ein überaus wichtiger Prozess. Die gesamten Ergebnisse dieser Studien sind in Werani (2011) dargelegt.
Hervorzuheben ist die Analyse der unterschiedlichen Problemlösetypen, die spezifische Sprech-Denk-Typen bilden. Es kristallisierten sich vier Typen heraus, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie völlig unterschiedlich an das Problem herangehen und auch unterschiedlich damit umgehen. Bei den guten Problemlösern handelt es sich um die beiden Gruppen, die als „Pragmatiker“ und „Gesprächige“ bezeichnet werden, bei den schlechten Problemlösern um „Zweifler“ und „Wortkarge“. Es zeigt sich, dass allein das Sprechen, insbesondere das problemlösende Sprechen, nicht den Problemlöseprozess ausmacht. Vielmehr wird deutlich, dass die Einstellung zu einem Problem, die Bewertung der eigenen Kompetenz und Erfahrung ebenso wie die Bewertung des Problems, was über situative Bezüge geäußert wird, einen erheblichen Einfluss auf den Problemlöseprozess hat. Diese Ergebnisse sind neben Werani (2011) auch in Werani (2009 und 2010) zusammengefasst.
Lektüreempfehlung:
Werani, Anke (2011): Inneres Sprechen – Ergebnisse einer Indiziensuche. Berlin: lehmanns.
Werani, A. (2011): Investigating Inner Speech and Higher Psychological Functions through Speech Profiles. Journal of Activity-Theoretical Research in Germany, 5, Special Issue, http://psyjournals.ru/en/tatigkeitstheorie/index.shtml
Messing, J. & Werani, A. (2011): Psychologie sprachlos? Journal für Psychologie 19/1. https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/20
Werani, A. (2010): The role of inner speech in higher mental processes. Cultural-Historical Psychology. 1, 7-17. http://psyjournals.ru/en/kip/2010/n1/Werani.shtml
Werani, A. (2010): Die Erforschung inneren Sprechens – ein Ergebnis aus einer empirischen Studie. Journal of Activity-Theoretical Research in Germany, 1, http://psyjournals.ru/en/tatigkeitstheorie/2010/n1/index.shtml
[2003-2009] Aphasie und inneres Sprechen
[In Planung] Zum Zusammenhang von Sprechen, Denken und Handeln
Im Bereich der Aphasiologie stehen in der Forschung vor allem kommunikative Aspekte und sprachsystematische Fragestellungen im Vordergrund. Dabei werden die durch Hirnschädigungen bedingten sprachlichen Beeinträchtigungen unter linguistischen Kriterien wie Phonologie, Semantik, Syntax und Pragmatik betrachtet. Fragestellungen, inwiefern beispielsweise kognitive Defizite durch fehlende sprachliche Fähigkeiten verursacht werden können, werden dagegen in der Aphasiologie wenig behandelt.
Über die Auseinandersetzung mit dem inneren Sprechen, kommt man auch in der Aphasieforschung in den Bereich Sprechen und Denken, d.h. das Augenmerk wird nicht nur auf den kommunikativen Aspekt von Sprechen gelegt, sondern auch auf den kognitiven Aspekt. Zentral ist hierbei die Fragestellung, inwiefern sich der Sprachverlust auf das Denken auswirkt.
Lektüreempfehlung:
• Werani, Anke (2003): Innere Sprache und Aphasie. In: Werani, A.; Bertau, M.C.; Kegel, G.: Psycholinguistische Studien 1, Shaker Verlag.
Eine Auswahl meiner Publikationen mit den Forschungsschwerpunkten Kulturhistorische Psycholinguistik, Personale Sprechstile & Ich-Identität, Inneres Sprechen und Aphasiologische Fragestellungen finden Sie hier.
Monographien und Sammelbände
2023. Werani, A.: Sprache und Identität. Eine Einführung. Tübingen: Narr.
2017. Anselm, S. / Werani, A.: Kommunikation in Lehr-Lernkontexten. Bad Heilbrunn: utb Klinkhardt.
2011. Werani, A.: Inneres Sprechen – Ergebnisse einer Indiziensuche. Berlin: Lehmanns Media.
2005. Bertau, M.C. / Werani, A. / Kegel, G.: Psycholinguistische Studien 2, Shaker Verlag.
2003. Werani, A. / Bertau, M.C. / Kegel, G.: Psycholinguistische Studien 1, Shaker Verlag.
1997. Werani, A.: Symptomorientierte Diagnostik bei Aphasien. Wiesbaden, Westdeutscher Verlag.
Artikel
Werani, A. / Draxler, Ch. (2021): Lehre als interdisziplinäre Herausforderung. In: Frey, Dieter; Uemminghaus, Monika (Hrsg.) Innovative Lehre an der Hochschule. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin. S. 139-140.
Anselm, S. / Werani, A. (2020): Das Portal KommunikationsART: analoge und digitale Möglichkeiten zur Professionalisierung kommunikativer Kompetenzen (nicht nur) im Deutschunterricht. In: Sabine Anselm, Gisela Beste und Christian Plien (Hg.): Kommunikation im Fach Deutsch – Perspektiven, Vorschläge und Forderungen. Mitteilungen des deutschen Germanistenverbandes 67. Jg./H. 4, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 389-402.
Anselm, S. / Werani, A. (2020): Kommunikation und Resonanz. Über die Macht der Worte im Klassenzimmer. In: Kristina Bismarck u. Ortwin Beisbart (Hg.): Resonanzpädagogischer Deutschunterricht. Lernen in Beziehungen, Weinheim: Beltz, S. 74-86
Werani, A. (2019): Shifts in communication and ego-identity in the digital world. In: Stephanie Heinecke und Thomas Osburg (eds.): Media Communication Trust in a Digital World. Heidelberg: Springer. 97-114.
Werani, A. (2018): Inner speech and its impact on teaching. In: James P. Lantolf; Matthew E. Poehner: Merrill Swain (eds.). The Routledge Handbook of Sociocultural Theory and Second Language Development. New York: Routledge.
Werani, A. / Anselm, S. (2016).: Authentizität und Funktionalität. Interdisziplinäre Anmerkungen zur Sprechstilforschung in Lehr-Lernkontexten. In:Anselm, Sabine; Janka, Markus (Hgg.): Vernetzung statt Praxisschock. Konzepte, Ergebnisse, Perspektiven einer innovativen Lehrerbildung durch das Projekt Brückensteine, Göttingen: Ed. Ruprecht. S. 122-155.
Anselm, S. / Werani, A. (2015): Kommunikation im Klassenzimmer - zur Reflexion des personalen Sprechstils. In: Teuchert, B. (Hrsg.): Rhetorik lehren und lernen. Facetten der Rhetorik in Schule und Beruf. Hohengehren, S. 1-12
Werani, A. (2014): A review of inner speech in cultural-historical tradition In: Yasnitsky, A.; van der Veer, R. Ferrari, M. (eds.): The Cambridge Handbook of Cultural-Historical Psychology. Cambridge University Press. 272-294.
Werani, A. (2014): Inner Speech. In Thomas Teo (Ed.). Enzyclopedia of Critical Psychology. Heidelberg: Springer. 963-966.
Werani, A. (2014): Language and Speech. In Thomas Teo (Ed.). Enzyclopedia of Critical Psychology. Heidelberg: Springer. 1048-1052.
Bertau, M-C. & Werani, A. (2011): Contributions to Cultural-Historical Psycholinguistics, Journal of Activity-Theoretical Research in Germany, 5, Special Issue, http://psyjournals.ru/en/tatigkeitstheorie/index.shtml
Werani, A. (2011): Investigating Inner Speech and Higher Psychological Functions through Speech Profiles. Journal of Activity-Theoretical Research in Germany, 5, Special Issue, http://psyjournals.ru/en/tatigkeitstheorie/index.shtml
Messing, J. & Werani, A. (2011): Psychologie sprachlos? Journal für Psychologie 19/1. https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/20
Werani, A. (2010): The role of inner speech in higher mental processes. Cultural-Historical Psychology. 1, 7-17. http://psyjournals.ru/en/kip/2010/n1/Werani.shtml
Werani, A. (2010): Die Erforschung inneren Sprechens – ein Ergebnis aus einer empirischen Studie. Journal of Activity-Theoretical Research in Germany, 1, http://psyjournals.ru/en/tatigkeitstheorie/2010/n1/index.shtml
Werani, A. (2009): Erzähl mir was: Literacy im Vorschulalter – Warum mündliches Erzählen für den Schriftspracherwerb so wichtig ist. Sprache & Literacy. Berlin, Düsseldorf: Cornelsen Scriptor. 18-23.
Messing, J.; Werani, A. (2009): Sprechend koordinieren. Zeitschrift für Psychologie, Jg. 17, Ausgabe 3. https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/163
Werani, A. (2009): Die Rolle des inneren Sprechens beim Problemlösen. Zeitschrift für Psychologie, Jg. 17, Ausgabe 3. https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/164
Werani, A. (2009): Erzählkompetenz in der Grundschule. Skizzierung eines innovativen Erzählprojektes. Grundschulmagazin, Oldenbourg Verlag. Heft 1. 51-56.
Werani, A & Bertau, M-C (2004): Über Psycholinguistik. Вопросы психолингвистики. [Voprosy Psicholinguistiki, Fragen der Psycholinguistik], 2, 100-102.
Werani, A. (2003): Die kulturhistorische Schule der sowjetischen Psychologie. In: Werani, A.; Bertau, M.C.; Kegel, G.: Psycholinguistische Studien 1, Shaker Verlag.
Werani, A. (2003): Innere Sprache und Aphasie. In: Werani, A.; Bertau, M.C.; Kegel, G.: Psycholinguistische Studien 1, Shaker Verlag.
Werani, A. (1999): Sprach- und Kognitionsforschung in der Aphasiologie – Ein Überblick. Zeitschrift für Sprache und Kognition, 18 (1/2), 20-29.
Werani, A.; Radau, J.; Prosiegel, M.; Kegel, G. (1999): Der Einfluß handlungsbegleitender Sprache auf das Lösen der Raven-Matrizen bei gesunden Probanden und aphasischen Patienten, Neurolinguistik, 13 (1)1-26.
Lehrveranstaltungen im Bereich Psycholinguistik (BA & MA), Betreuung von Abschlussarbeiten (BA, MA, Promotion), Multiplikatoren-Schulungen
Meine aktuellen Lehrveranstaltungen an der LMU München finden Sie über das Vorlesungsverzeichnis online (LSF).
[seit SoSe 2015] Das Multiplikatoren-Projekt ist Teil des Qualitätspakts Lehre (Lehre@LMU) der LMU München. Unter dem Motto „Für Lehre begeistern. Kompetent lehren.“ wird mit dem interdisziplinären Projekt "TandemmodulPHONETIK" versucht die wissenschaftliche Vielfalt im Fach Phonetik und Sprachverarbeitung deutlicher zu machen.
Kernidee
Am Institut für Phonetik und Sprachverarbeitung wird der Forschungsgegenstand „Sprechen“, d.h. menschliche und maschinelle Verarbeitung gesprochener Sprache, aus unterschiedlichen Perspektiven (Phonetik, Sprachtechnologie, Psycholinguistik) untersucht. Bei dieser Vielfalt an Herangehensweisen an den Forschungsgegenstand den „integrativen Überblick“ zu behalten, ist für die DozentInnen stets herausfordernd, für die StudentInnen oftmals erst nach dem BA-Studium möglich.
Die Kernidee dieses Multiplikatoren-Projektes ist es, Möglichkeiten zu finden, den Forschungsgegenstand und die vielfältigen Perspektiven darauf, von Anfang an deutlicher zu machen.
Strategie & Umsetzung
Die Klärung des Bedarfs sowohl inhaltlicher Themen als auch hinsichtlich der verwendeten Methoden wird grundsätzlich Aufgabe der Studierenden sein. Geplant ist, einmal im Jahr (z.B. Wintersemester) ein spezifisches Thema aufzugreifen und dieses interdisziplinär im Fach mit wechselnden Methoden aufzuarbeiten. Wünschenswert wäre hier ein Dozententandem.
Die Projekte sollen Themen der Studierenden aufgreifen und mit einer Präsentation abgeschlossen werden (Postersession, Workshop etc.). In einer ersten Exploration und um das gesamte Projekt auf den Weg zu bringen wird ein Thema aus der Schnittstelle zwischen Sprachtechnologie (Christoph Draxler) und Psycholinguistik (Anke Werani) angeboten werden, jenen Disziplinen, die von den Studierenden in Bezug auf den Forschungsgegenstand als „sehr entfernt voneinander“ wahrgenommen werden.
Die Koordination und praktische Durchführung dieses ersten Projektes übernehmen studentische Hilfskräfte.
Ziel
Ziel ist es, durch die Verdeutlichung der Perspektiven auf den Forschungsgegenstand, der Neugier auf das Fach sowie die Selbstbestimmung bei der Erkundung der Inhalte neue Impulse zu geben.
Hier finden Sie Hinweise, die für das BA-und MA-Studium nützlich sein können. Es handelt sich um Richtlinien zur Erstellung von Seminararbeiten, Essays und BA-sowie MA-Arbeiten (Psycholinguistik). Sie können alle Hinweise als PDFs herunterladen.